Luxor

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Reiseberichte

Ägypten 1990

Luxor, voller Begierde stürzen wir uns auf diesen Ort, ist er doch ein Hauptziel jeder Ägyptenreise, um von hier aus das Tal der Könige zu erobern.

Am Bahnhof angekommen, flüchten wir vor den "Schlepper, Nepper, Bauernfänger," in eine Kutsche und kommen damit vom Regen in die Traufe. Da wir bereits telefonisch Zimmer reserviert haben, fahren wir direkt zum Hotel.

Dort angekommen finden wir das Hotel ganz nett, das Hotel uns aber nicht. Niemand kann sich an eine Reservierung erinnern und selbstverständlich ist auch kein Zimmer mehr frei.

Die Frage der Ägypter nach unserem Gesprächspartner hat sie vermutlich innerlich vor Lachen platzen lassen. Wer kann sich auch schon an arabische Namen erinnern, wenn man froh ist Ihr Englisch zu verstehen.

Vielleicht hätte eine vorherige Säuberung unserer Astrallleiber zu einem Zimmer verholfen.

Na ja, es gibt ja noch andere Hotels in Luxor.

Am nächseten Tag suchten wir uns einen Fahrrad Verleih, mieten vier Räder, setzen mit der Fähre über den Nil und machten uns auf den Weg in das Tal der Könige.
Die Fahrräder sind zwar keine Luxusräder, aber diese Tour halten sie grade noch aus.
Nach einer netten Fahrt durch die Sonne, bei der wir öfters von in klimatisierten Busen vorsichhindösenden dekadenten Touris überholt wurden, kommen wir im Tal an und schwitzten uns durch mehrere Gräber durch.

Ich beim Fahrradfahren

Wie so oft, kann man sich auch hier mal wieder kräftig amüsieren. Gegen eine saftige Gebühr bekommt man eine Fotogrofiererlaubnis für ein Grab, zur Schutz der Gemälde herscht Blitzverbot und überwachen tut das ganze ein rauchender Wärter
Mit einem guten Fotoapparat und einer langen Belichtungszeit, ca. 20s, bekommt man sehr schöne Bilder auch von dunklen Ecken. Das Bild zeigt eine Grabdecke, die im dunkel liegt und mit bloßem Auge kaum zu sehen ist.
bemalte Decke im Grab Ramses des 3 oder 6

Nachdem wir unter der Erde genug gesehen hatten, machten wir uns auf den Rückweg, nicht ohne am Tempel der Hatschepsut Station zu machen.
Wer die Möglichkeit hat, sollte von hier zu Fuß in das Tal der Könige gehen. Es ist ein sehr schöner Spaziergang mit herrlicher Aussicht.

Nach dieser anstrengenden, aber lohnenden Tour fahren wir zurück zur Fähre um wieder nach Luxor überzusetzen.

Der Tempel von Karnak mit seinen riesigen Säulen.

Am nächsten Tag besichtigen wir den Tempel von Karnak. Eine gigantische Tempelanlage deren riesige Säulen jeden Besucher tief beeindruckt. Auch hier gibt es, wie überall einen netten freundlichen Ägypter, der bereit ist, für ein geringes Bakschisch, eine ganz besondere Sache exklusiv zu zeigen.

Eigentlich war es wie immer, nach ca. 20 min. scheinbar planlosen rumführens kommt man zum Höhepunkt der Führung. In diesem Fall hier wierd ein kleines Häuschen aufgeschlossen, im stockdunklen steht eine Figur auf einem Podest. Diese Figur wird uns nun als etwas ganz besonderes präsentiert. Ich kann mich vor Lachen nur noch abwenden.
Dies ist mal wieder die Liveversion des Märchens "Des Kaisers neue Kleider".
Man sieht nichts besonderes, es wird einem erzählt es wäre was besonderes und man ist so verblüfft, das man mehr zahlt als man eigentlich will.

So auch in diesem Fall. Nachdem man sich für diese Führung bedankt hat und ein Bakschisch gegeben hat, beginnt der psychologische Teil der Führung.
Es wird gejammert, gezettert und gefordert bis man genug bezahlt hat.

(Unbestätigten Gerüchten zufolge muß ein Fremdenführer in Ägypten ein abgeschlossenes Psychologiestudium nachweisen.)

Nach diesen zwei Höhepunkten hielt uns in Luxor nicht mehr viel.

Wir besichtigten noch den Tempel von Luxor und dann suchen wir uns ein Sammeltaxi Richtung Assuan. Nach einigen rumirren finden wir auch den Sammeltaxistand. Jetzt hieß es warten. Das obligatorische Peugeottaxi war noch nicht voll, und es wollte einfach niemand kommen und den letzten Platz nehmen.
Nach einer halben Stunde machen wir dem Fahrer klar, daß wir für den letzten bezahlen und los ging es