Assuan

Homepage

Reiseberichte

Ägypten 1998

Mitten in der Nacht geht es los, laut Plan heist es: 4:00 Uhr wecken, 4:30 Frühstück, 5:00 Abfahrt Richtung Flughafen.
Aufgrund der unsicheren Lage, in Mittelägypten, können wir nicht mit dem Zug nach Assuan fahren, sondern müssen fliegen.

Über diese unsichere Lage hört man die verschiedensten Gerüchte. Angeblich, ist die Bahnfahrt nur mit Sondergenehmigung möglich, andererseits hört man immer wieder von Leuten, die trotzdem problemlos mit dem Zug gefahren sind. Im Jahr 1990 sind wir mit dem Zug gefahren, später hörte ich, das man auch damals bereits eine Genehmigung brauchte.
Ob das ganze nun ein Schutz vor Anschlägen ist, oder dem abzocken der Touristen dient, kann ich nicht beurteilen. Ich vermute es ist ein Mischmasch aus beidem.

Beim Frühstück kann die knappe Zeitvorgabe noch eingehalten werden, die Abfahrt des Buses verzögert sich jedoch, da der Bus nicht auftaucht.
Endlich kommt der Bus und mit einem, um die Zeit wieder einzuholen, affenartigen Tempo geht es Richtung Flughafen. Dort angekommen checken wir ein und steigen in das Flugzeug. Hier jedoch wird unsere ganze Hetze zunichte gemacht mit der Durchsage, daß sich der Abflug aufgrund einer technischen Panne verzögert.
Jetzt heist es warten.

Nun der Flug mit Kurzverpflegung und rationierte Getränke. Nach der Landung fahren wir über den alten Damm Richtung Stadt. Unser Hotel ist das ISIS Hotel direkt am Nilufer. Hier gibt es statt Doppelzimmer kleine Bungalows mit Blick auf den Nil.
Mittags dann noch schnell einen Streifzug durch den Souk, um sich dann mit Obst, Brot und drei Sorten Chips (Käse , Salz und Paprika) zur Siesta zurückzuziehen. Abends dann ein Essen am Swimmingpool mit Fisch, Reis, Kartoffeln und Heinz Ketchup. Nach dem Essen gehen wir nochmal zum Souk um Tee zutrinken und Domino zuspielen.

Sollte es Euch möglich sein privat mit einem Ägypter in ein Teehaus zu gehen, dann macht es. Hier erfahrt Ihr plötzlich, wieviel ein Tee für Einheimische kostet. Der Tee für den wir 2 Pfund bezahlen, wenn wir Glück haben auch mal nur 1 Pfund kostet hier plötzlich nur noch 25 Piaster. Der Wirt wurde total böse, weil unser Reiseleiter sich weigerte für uns Touristenpreise zu zahlen. Aber zur Beruhigung, der Wirt verdient auch so noch genug daran.

Domino:

Wir spielen zwei Varianten:

Jeder 7 Steine wer die 6/6 hat fängt an und dann entgegen dem, Uhrzeigersinn (ägyptisch) Gewinner ist, wer keine Steine mehr hat. Als Punkte bekommt man die Punkte, die die Gegner noch auf der Hand haben. Wer zuerst 101 Punkte hat hat gewonnen.

amerikanische Domino:

Jeder 7 Steine, die 6/6 fängt an. nun wird solange reium gespielt bis 4 sechser Steine zum Kreuz dranliegen. In der ersten Runde gibt es keine Punkte. Ist das Kreuz komplett und die erste Runde beendet, werden nach jedem Zug die Außen-Punkte der Außenliegenden Steine gezählt. Ist die Summe ganzzahlig durch 5 teiilbar, so bekommt man diesen Quotient als Punkte. Steine mit gleichen Zahlen werden querangelegt und in der Summe wird die Zahl auch doppelt gezählt . Wer zuerst keine Steine mehr hat hat gewonnen. Er bekommt zusätzlich die Punkte die die anderen auf der Hand haben durch 5 geteilt. Wer zuerst 51 Punkte hat, ist der Gewinner.

Amerika wird nicht geliebt, aber wenn man für was neues einen Namen sucht, so wird es gerne amerikanisch genannt.

Zurück in unserer Hütte haben wir Besuch bekommen, ein kleiner hellockerfarbener Gecko unser Schlafzimmer besetzt. Wenigstens wird unser Zimmer die nächsten Tage Fliegenfrei sein.

Am nächsten Morgen gibt es "Ausschlafen" bis 7:00 Uhr und Frühstück bis 8:00. Dann satteln wir die Hühner und besteigen eine Feluke. Um die Insel Elefantine herum fahren wir zur Anlegestelle unterhalb des Simeonklosters. Ob zu Fuß oder mit dem Kamel, der Aufstieg dauert etwa 15 Minuten. Auf dem Fußweg kommt man an einem Neubau einer koptischen Kirche vorbei. Im Kloster haben wir das "Vergnügen" einer örtlichen Führung. In Zeichensprache, mangelhaften English und mit Tierlauten bekommen wir eine Führung, auf die man auch gut verzichten kann. Später fahren wir zur Insel Elefantine und besichtigen ein nubisches Dorf! Man hat den Eindruck, das die Nubier eine Atraktion der Ägypter sind, irgendwie Scheiße. Es geht dann weiter zur Kitchen Insel mit Besichtigung des botanischen Gartens und dann weiter nördlich zu einem Dorf am Ostufer wo wir einen leckeren Erbsen-Kartoffel-rote Soße Brei mit Reis essen.
Nach dem Essen fahren wir zurück in das Hotel, ruhen uns aus und gehen in den Souk um uns volllabern zu lassen.

In Assuan ist Monika ein kollektive Bekannte der Einheimischen. Monika kommt jedes Jahr, jeder kennt jemanden, der Monika kennt. Wie die Mädchen für die anderen Nationalitäten heißen weiß ich nicht, aber den Jungs wird schon was einfallen.

Am 3. Tag fahren wir nach dem Frühstück mit dem Bus über den alten Damm zum neuen Hochdamm. Nach einer kurzer Pause am sowjetisch-ägyptischen Denkmal fahren wir auf den Hochdamm.


Hier machen wir Fotos, wobei die Soldaten ausflippen wenn man mit Zoom fotografiert. Später fahren wir über den alten Damm zurück zur Anlegestelle der Boote nach Philea. Der Tempel steht auf einer Insel in Taubenform. Der Tempel wurde in griechischer Zeit wieder aufgebaut, aber nicht in Granit, sondern in Kalkstein. Im Säulenhof steht der einzige alte granitstein, es ist ein großer Stein mit Schrift. Nachdem wir mit dem Boot zurückgefahren sind, gehen wir noch zum unvollendeten Obelisken.
Fast unvorstellbar, wie aus dem Steinbruch die großen Quader bis zum Nit gebracht wurden um sie dann weiterzutransportieren. Der Obelisk ist bis auf seine größe nicht so eindrucksvoll.

Zurück in der Stadt gehen wir Briefmarken kaufen. Die Jungs im Postoffice waren so begeistert, das jemand direkt bei Ihnen Briefmarken kauft, so das sie uns die Briefmarken nicht über die Straße verkaufen sondern uns ins Büro bitten.

Ein Stück weiter in der Straße plötzlich ein rießiges Loch, doch nicht wie bei uns werden hier Elektro-, Gas oder Wasserinstallationen durchgeführt, sondern hier sitzen zwei Archeologen einem Stein und bearbeiten Ihn. An der nächsten Kreuzung ist eine Straße neu asphaltiert. Damit man sie überqueren kann, haben Kinder eine Sandspur gestreut, aber ich saue mir die Schuhe trotdem total ein, und danach unser Zimmer. Die Autos fahren natürlich weiterhin über die Straße und sie sieht dementsprechend schon wieder aus wie Sau.
Abends gehen wir in ein Lieblingslokal unseres Reisebegleiters. Die gegrillten Tauben sehen aus wie überfahren, so platt sind sie, aber ansonsten war das essen ziehmlich lecker.

4. Tag Abu Simbel oder nicht.

Die Straße nach ABU Simbel ist zur Zeit nicht benutzbar (Ende 98) und so muß man das Flugzeug benutzen. Wir haben uns entschloßen nicht hinzufliegen. Der Preis ist uns mit 320 Pfund ca. 160 DM, zu teuer. Wir beschließen auszuschlafen und dann in das Nubische Museum zu gehen.
Von außen ist das Museum ein toller Bau und innen richtig gut aufgebaut. Selbst als Laie fällt jedoch auf, daß das ägyptisch-pharaonische überwiegt. Die Außenanlage ist noch nicht ganz fertiggestellt, sieht aber schon sehr schön aus. Es werden verschieden Moscheebauarten, ein nubisches Haus, eine Höhle mit Malereien, usw. dargestellt. Die Fotoerlaubnis lohnt sich nur, wenn man einen empfindlichen Film hat und am besten ein kleines Taschenstativ, mit dem man die Kamera gegen Wände usw. stabilisieren kann.

Nachmittags gehen Andreas und ich zu den Gräbern der Noblen. Im nördlichen Teil der Corniche fährt eine Fähre für 1 Pfund über den Nil. Auf dem Weg dorthin werden wir von tausenden Felukenfahrern angelabbert. Sie sind total entsetzt, das wir mit normalen Ägyptern zusammen über den Nil fahren wollen.

Meine Erfahrung ist, daß in der ägyptischen Gesellschaft jeder versucht was besseres zu sein und auf alle anderen die er geselschaftlich hinter sich gelassen hat herrabschaut. Mit ganz unten stehen die Nubier. Felukenbesitzer sind meist recht wohlhabend, man kann es auch am Goldgehalt in Ihrem Mund ablesen, und haben kein Verständnis, das jemand freiwillig mit den armen Ägyptern auf einer Fähre fährt, obwohl er es sich leisten könnte mit einer Felluke zu fahren.

Leider waren alle schöneren Gräber verschloßen, aber man konnte auch durch die Gittertüren noch schöne Wandmalereien sehen. In dunklen Gängen hatten wir zusammenstöße mit Fledermäusen. Wir sind dann noch ganz auf den Berg zu dem dort stehenden Grab. Von dort oben hat man einen fantastischen Blick über Assuan.

Letzte Änderung :